Montag 13. Oktober 2008
Nach einem spektakulären Sonnenaufgang im Hafen mit aus und einlaufenden Fischerbooten, nutzen wir zunächst das neben uns befindliche Cafe für ein landestypisches Frühstück und plauderten angeregt mit dem Besitzer.
Die Weiterfahrt erfolgte direkt am Meer über die Küste nach Sfax – wir erregten unterwegs einige Aufmerksamkeit - selbst die Crew eines Helikopters der tunesischen Armee ließ es sich nicht nehmen, für uns eine Ehrenrunde im Tiefflug über Erwin zu drehen und uns freundlich zuzuwinken.
In Sfax angelangt, suchten wir uns eine Tankstelle mit nahe gelegener Bank, wechselten Dinare (diesmal zum offiziellen Kurs), bunkerten 160 Liter Treibstoff zu 0,56 Euro pro Liter und starteten in Richtung Wüste.
So war jedenfalls der Plan!
Nach ca. 500 Metern gab Erwin lautstark seinem Unwillen Ausdruck, hustete riesige weiße Wolken aus dem Auspuff und verlor drastisch an Leistung.
Mit letztem Schwung rechts ran und messerscharf analysiert – hatten wir uns wirklich Benzin in die Reservoirs füllen lassen???
Ich hatte dem Tankwart klare Anweisungen gegeben, Maddehn stand immer direkt neben ihm und irgendwie war die einzig logische und einfache Erklärung für Erwins „Verstimmung“, dass wir uns hatten Diesel andrehen lassen.
Der Preis von nur 1 Dinar für den Liter hätte mich eigentlich gleich stutzig machen müssen!
Also absitzen, 1km zurück zur Tankstelle laufen, einen Abschleppwagen organisieren, Erwin behutsam mithilfe des (dreifach) gespannten 50 Meter Taus zurück manövrieren und zusehen, wie wir die Kuh vom Eis bekommen.
Gesagt, getan – nach anfänglichen Versuchen, den Tank abzulassen (der Tankwart wollte gleich bohren und meinte, er bekommt das schon wieder dicht) oder auszubauen (Schweinearbeit) kam Maddehn die praktische Idee, einfach einen Schlauch zu nehmen und zu saugen.
Gartenschlauch organisiert und los gings!
Schmeckt Scheiße, funktioniert aber genial – seitdem hat Maddehn wortwörtlich Diesel im Blut!
So werden wir denn auch die ersten europäischen Reisenden gewesen sein, die Tunesien mit Diesel beliefern - da die 160 Liter ja wieder in die Tankstelle zurückbefüllt werden mussten.
Den Vergaser kurz mit etwas Benzin befüllt, 2 x georgelt und wacker sprang unser „Erwinschen“ an.
Eiserne Faustregel ab sofort: „In Erwin steckt nur einer den „Rüssel“ und das ist der Fahrer selbst“!
Die Regel sollte uns in Libyen Tage später gute Dienste leisten – es kann sich wohl keiner vorstellen, dass unser „Truck“ keinen Diesel konsumiert sonder nur „Champagner“!
Kaum 5 Minuten nach Aufbruch von der Tankstelle das nächste „Maleur“ – bumms!
Neben mir hupt und gestikuliert es aus einem silbernen Mitsubishi?!
Wieder rechts ran und nachgeschaut – seine rechte Seite sieht übel aus (10 cm tiefe Beule und Kratzer über beide Türen der rechten Seite) – bei Erwin mussten wir länger suchen – der beige Lack war fingernagelgroß an der linken vorderen Stosstange abgeplatzt.
Großes Tohuwabohu auf Arabisch & Französisch, schließlich haben wir die Polizei gerufen, die auch nach 30 Minuten eintraf, unsere Papiere entgegennahm und uns bat, ihr auf die nächste Wache zu folgen.
Ein dazukommender übertrieben freundlicher Deutsch-Tunesier bot sich noch am Unfallort an, zu übersetzen und uns zur Wache zu lotsen – der Polizist war samt Unfallgegner ohnehin bereits im Verkehrschaos zusammen mit unseren Papieren verschwunden.
Er bot an, alles mit ein wenig „Bakshish“ zu regeln – das wäre für alle Beteiligten das beste, meinte er und schlug 300 bis 400 Euro vor – wir handelten ihn auf 100 Euro runter und waren gespannt, was passieren würde.
Auf der Polizeiwache ging alles zügig und unkompliziert – ich war kaum 8 Minuten dort, die Fahrzeug- sowie Fahrerdaten wurden handschriftlich auf Arabisch erfasst und man verabschiedete mich freundlich.
Der Deutsch-Tunesier erhielt seine 100 Euro (die wohl weniger als Trinkgeld für Unfallgegner & Polizei als viel mehr für ihn selbst gedacht waren) - uns war es egal – Leben und Leben lassen!
Jetzt ging die Reise endlich weiter – wir wollten auf jeden Fall heute noch bis in die Sahara kommen und unter Palmen schlafen!
Nach Überquerung des Salzsees Chott El Fejaj und eines kleineren Gebirges fuhren wir über Kebili nach Douz, dem „Tor zur Sahara“, wo wir im Campingplatz „Desert Club“ wie vorausgesehen unter Palmen Pasta kochten und eine Flasche Rotwein der französischen Fremdenlegion verputzten – ein tolles Gefühl, wir waren schließlich in der Wüste angekommen!
Die Weiterfahrt erfolgte direkt am Meer über die Küste nach Sfax – wir erregten unterwegs einige Aufmerksamkeit - selbst die Crew eines Helikopters der tunesischen Armee ließ es sich nicht nehmen, für uns eine Ehrenrunde im Tiefflug über Erwin zu drehen und uns freundlich zuzuwinken.
In Sfax angelangt, suchten wir uns eine Tankstelle mit nahe gelegener Bank, wechselten Dinare (diesmal zum offiziellen Kurs), bunkerten 160 Liter Treibstoff zu 0,56 Euro pro Liter und starteten in Richtung Wüste.
So war jedenfalls der Plan!
Nach ca. 500 Metern gab Erwin lautstark seinem Unwillen Ausdruck, hustete riesige weiße Wolken aus dem Auspuff und verlor drastisch an Leistung.
Mit letztem Schwung rechts ran und messerscharf analysiert – hatten wir uns wirklich Benzin in die Reservoirs füllen lassen???
Ich hatte dem Tankwart klare Anweisungen gegeben, Maddehn stand immer direkt neben ihm und irgendwie war die einzig logische und einfache Erklärung für Erwins „Verstimmung“, dass wir uns hatten Diesel andrehen lassen.
Der Preis von nur 1 Dinar für den Liter hätte mich eigentlich gleich stutzig machen müssen!
Also absitzen, 1km zurück zur Tankstelle laufen, einen Abschleppwagen organisieren, Erwin behutsam mithilfe des (dreifach) gespannten 50 Meter Taus zurück manövrieren und zusehen, wie wir die Kuh vom Eis bekommen.
Gesagt, getan – nach anfänglichen Versuchen, den Tank abzulassen (der Tankwart wollte gleich bohren und meinte, er bekommt das schon wieder dicht) oder auszubauen (Schweinearbeit) kam Maddehn die praktische Idee, einfach einen Schlauch zu nehmen und zu saugen.
Gartenschlauch organisiert und los gings!
Schmeckt Scheiße, funktioniert aber genial – seitdem hat Maddehn wortwörtlich Diesel im Blut!
So werden wir denn auch die ersten europäischen Reisenden gewesen sein, die Tunesien mit Diesel beliefern - da die 160 Liter ja wieder in die Tankstelle zurückbefüllt werden mussten.
Den Vergaser kurz mit etwas Benzin befüllt, 2 x georgelt und wacker sprang unser „Erwinschen“ an.
Eiserne Faustregel ab sofort: „In Erwin steckt nur einer den „Rüssel“ und das ist der Fahrer selbst“!
Die Regel sollte uns in Libyen Tage später gute Dienste leisten – es kann sich wohl keiner vorstellen, dass unser „Truck“ keinen Diesel konsumiert sonder nur „Champagner“!
Kaum 5 Minuten nach Aufbruch von der Tankstelle das nächste „Maleur“ – bumms!
Neben mir hupt und gestikuliert es aus einem silbernen Mitsubishi?!
Wieder rechts ran und nachgeschaut – seine rechte Seite sieht übel aus (10 cm tiefe Beule und Kratzer über beide Türen der rechten Seite) – bei Erwin mussten wir länger suchen – der beige Lack war fingernagelgroß an der linken vorderen Stosstange abgeplatzt.
Großes Tohuwabohu auf Arabisch & Französisch, schließlich haben wir die Polizei gerufen, die auch nach 30 Minuten eintraf, unsere Papiere entgegennahm und uns bat, ihr auf die nächste Wache zu folgen.
Ein dazukommender übertrieben freundlicher Deutsch-Tunesier bot sich noch am Unfallort an, zu übersetzen und uns zur Wache zu lotsen – der Polizist war samt Unfallgegner ohnehin bereits im Verkehrschaos zusammen mit unseren Papieren verschwunden.
Er bot an, alles mit ein wenig „Bakshish“ zu regeln – das wäre für alle Beteiligten das beste, meinte er und schlug 300 bis 400 Euro vor – wir handelten ihn auf 100 Euro runter und waren gespannt, was passieren würde.
Auf der Polizeiwache ging alles zügig und unkompliziert – ich war kaum 8 Minuten dort, die Fahrzeug- sowie Fahrerdaten wurden handschriftlich auf Arabisch erfasst und man verabschiedete mich freundlich.
Der Deutsch-Tunesier erhielt seine 100 Euro (die wohl weniger als Trinkgeld für Unfallgegner & Polizei als viel mehr für ihn selbst gedacht waren) - uns war es egal – Leben und Leben lassen!
Jetzt ging die Reise endlich weiter – wir wollten auf jeden Fall heute noch bis in die Sahara kommen und unter Palmen schlafen!
Nach Überquerung des Salzsees Chott El Fejaj und eines kleineren Gebirges fuhren wir über Kebili nach Douz, dem „Tor zur Sahara“, wo wir im Campingplatz „Desert Club“ wie vorausgesehen unter Palmen Pasta kochten und eine Flasche Rotwein der französischen Fremdenlegion verputzten – ein tolles Gefühl, wir waren schließlich in der Wüste angekommen!
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