Morgens um 9:00 geht’s los, nachdem wir Erwin in der Sahara gefundene Hammel-Hoerner an den Grill binden, erstmal schnell zur Tankstelle. Dort richten wir die verbogenen Kanisterhaltebügel, damit auch wieder die nicht verbeulten Kanister reinpassen, vorher war das ein Puzzlespiel, weil Bügel und Kanister so verbogen waren, dass die Kanister alle nur in einer bestimmten Konstellation reinpassten. Kardanwelle kontrolliert und abgeschmiert, Batterie aufgefüllt und anschließend noch mal alles volltanken und los geht’s, um ca. 11:30 machen wir uns auf den Weg nach Timsah. Die letzten Kilometer Teerstrasse waren viel weniger als gedacht, wegen Baustelle dürfen wir eine Umgehung auf Wellblech fahren, übel. In Timsah haben wir dann nochmal alles bis unter den Rand vollgetankt, Wasser aufgenommen und eine Österreichische Reisegruppe getroffen. Die waren natürlich begeistert von Erwin und haben uns mit Fragen überhäuft. Danach noch eine versuchte Wagenwäsche um die Oel und Fettreste endlich wegzukommen. Mit einem gefundenen toten Hammelschwanz und Hammelohr als Pinsel und ordentlich Benzin wurde mangels westlicher Reinigungsutensilien der Motorraum vom Gröbsten Oelsiff gereinigt. Bernd hat dann noch unfreiwillig seine Augen damit gereinigt und hat dann nach Wasser gewinselt!!!! Nochmal eingekauft und ab ging‘s ENDLICH – am 5.Tag Nachmittags- in den Sand.
Endlich? Nach 3Km und 10 Minuten an zeigt das GPS schwache Batterien an. Das sind die 10 in Sabha neu gekauften Batterien, die für den Rest von Libyen langen sollten, alle Schrott, Bernd bastelt mit Universalladegerät und Ductape einen Zugang.
aufgepumpt haben waren Hassan und Safah auch schon wieder fertig, obwohl sie vor dem Pumpen erst nochmal einen Tee gemacht haben. Genial war ihr Kompressor: Sie haben eine Zündkerze rausgeschraubt, einen Schlauchanschluss eingeschraubt und einfach den Motor pumpen lassen! Zum Sonnenuntergang machen wir Halt zwischen Hügeln. Jetzt erstmal ein zwei drei Äppler,
Hassan und Safah machen erstmal Tee und fangen an zu Kochen. Jetzt sehen wir unseren Luftdruckprüfer, der wie durch ein Wunder nach 30km immer noch oben auf den Kanistern liegt und bei all dem Geschüttel nicht runtergefallen war! Martin meint das wäre der klare Beweis, dass es einen römisch–katholischen Gott gibt. Wir denken, Werner ist die Sänfte sanft gefahren! Wir ziehen die Blaumänner an und machen uns an Erwin. Das Geschüttel auf dem Wellblech hat nun auch den rechten Scheinwerfer zum Absturz gebracht und wegen dem wieder klappernden Motor wollen wir mal die Ventile einstellen. Nach 2 Stunden sind wir fertig, der Motor klappert immer noch und wir haben einen Riesen Hunger. Gerade jetzt ruft Safah wieder „Mangeria!“, sauber! Wir quetschen uns wie die Hunde zu fünft um eine Blechschüssel, Nudeln a la Thai mit Hühnerfleisch, bestens gewürzt, schön scharf! Es schmeckt herrlich und bald stöhnen wir mit vollen Mägen. Später gibt’s noch Wüstenkonzert mit Blechschüsseln, performed by Hassan und Safah – herrlich!Mittwoch, 5.11.
Neuer Rekord, wir sind um 9:30am los gekommen (Zargesboxen verstauen braucht Zeit). Sonne geht erst um 7 auf und es ist windig und kalt (na ja 15C). Keiner steht auf, also geht Werner mit gutem Beispiel voran. Eine Stunde Gewusel ums Auto, Hassan und Safah schlagen uns natürlich um Längen, obwohl sie erst viel später ihre Decken zusammen rollen ...
Der Tag ist hart, Martin hat seine erste Wüstenfahrstunde. `Langsam`(Schwaia-Schwaia!) ist des Begleiters Lieblingswort und siehe da, selbst diese
Wellblechpiste wird irgendwann sanft und wir finden unseren Rhythmus. Allerdings ist unsere Durchschnittsgeschwindigkeit dank der Wellblechmilitärpisten bei bescheidenen 22km/h. Der Erwin soll gleiten wie ein Surfer - cool and easy... und dann kommt die naechste Bodenwelle, Bautz!! - wer vorausschauend fährt hat zufriedene Beifahrer – mia, mia!!Nachmittags endlich im Funduk Waw al Kebir. Kurzer Stop beim alten Militärgerümpel – einen Schaltknauf, Gummipuffer und was der Borgi sonst noch so verschleißen könnte, wird eingesteckt.
Dann soll es soll noch zur Oase Waw el Kebir - das grosse Loch – gehen. Die Navigation ist noch
etwas rostig, das von Peter geliehene minimal GPS hängt an der original afrikanischen Duct tape Halterung, die Koordinaten werden grob aus einer Karte ausgelesen und schon sind wir auf dem falschen Track. Wie gefesselt folgen wir irgendwelchen Fahrzeugspuren. Nach der Korrektur geht es losgelöst und mental befreit von anderen vorgegebenen Spuren wie auf einem anderen Planeten quer durch, Richtung Oase und Militaerbasis Waw el Kebir. Der Empfang ist etwas frostig. Benzin gibt’s auch nicht, Chef Ismael, Freund von Mohamed Zed von Sabha ist gerade nicht da, Schad, sollte es doch hier Benzin für umme (!)geben, das schluckt Erwin am liebsten J)), aber genauso schnell... Wir bleiben trotzdem nach gerade mal 120km in den It’s our turn for cooking. Erwin for the first time only gets a cursory check (brake fluid, nuts, recent repairs etc.), it’s been almost a week and we’ve been loging more maintanance and repair time
Our last canister of Apfelwein (one saved for Colin and Frank in Sollum), a huge bonefire among palm trees, good food, Venus, Jupiter and the half moon in a neat row made for a pleasant evening. Zzzzzzzz...........
Oh, the Buschtrommel sounded victory for Obama across the desert. Our Libyan escorts heard it from somebody, long distance.... not sure if it’s true, but likely, I guess and yes, Africa does not mind at all.....J
Bon Nuit! WD
Donnerstag, 2008-11-06
Wir wachen in unserer privaten Mini-Oase auf, lecker Frühstück in der Sonne und packen noch ein paar frisch abgehackte Dattelpalmen-Stoßzaehne Buendel auf den Borgi für die kalten Saharanaechte der kommenden Tage. Beizeiten machen wir uns auf den Weg nach Wau en Namus. Das tick tick tick vom Borgi wird lauter. Wir fahren den ganzen Tag, 10km vor dem Krater wird der Sand schwarz. Hier ist ein Kontrollposten, fünf Jungs vom Militär in Jogginganzügen warten auf uns. Man fragt sich bei der Begrüßung, wer hier vom Militär ist – wir haben wenigstens beige an. Diese Kontrollposten sind oben auf Bergen so angelegt, dass die Jungs herannahende Autos schon eine halbe Stunde vorher sehen... Die Jungs freuen sich über jede Abwechslung, hier kommen am Tag vielleicht 3 Autos vorbei. Der Sand wird schwärzer und
Arche, mitten im kilometerweiten Ascheregen hat sich eine neue Welt entwickelt, mit neuem Leben, was es hier sonst nirgends gibt. Vögel und andere Tiere wohnen hier. Keine Chance diese Arche zu verlassen. Der beschwerliche Weg hierher hat sich gelohnt. So etwas sehen nicht viele Menschen. Wir gehen den Krater hinunter, schätzen eine halbe Stunde zum Wasser zu brauchen. Nach 15 min sind wir schon dort. Ins Wasser gehen wir nur Knietief, es ist sehr salzig. Im Wasser wimmelt es von Urzeitkrebsen, die ganz kleinen, die es früher im YPS-Heft als Pulver gab. Nach gut einer Stunde gehen wir wieder hoch und fahren weiter, den Kraterrand entlang. Das tick tick tick wird langsam zum tack tack tack. Als wir den Krater verlassen, so um 17:30, gerade wenige 100m Meter weg, auf einmal fürchterliches Klappern im Motorraum. Das hörte sich sehr gräßlich an! Und genau mitten im Nirgendwo, am entferntesten Punkt von der Zivilisation. Keine
Straße im Umkreis von 300km, kein Handyempfang. Ein Glück, wenigstens ist der Kontrollposten, der Funkverbindung hat, nur wenige Kilometer weg. Aber das nutzt uns auch erstmal nichts, wir wollen wissen was los ist. Also Blaumänner raus und ans Werk. Wir lassen zuerst das Öl ab, durch ein Sieb, wollen sehen, welche Teile uns da entgegen kommen. Wir fangen Bröckchen von Kolben und Kolbenringen auf. Na fein! Und nun? Nutzt nichts, wir müssen reinsehen. Wir nehmen die Ölwanne und den Zylinderkopf ab, alle Teile säuberlich in Plastiktüten sandgeschützt verpackt. Mangeria fällt aus, wir schlagen Hassan und Safah die Einladung zum Essen aus. Erst muss der Schaden ans Tageslicht. Der Kolben des 4. Zylinders hatte sich verabschiedet. Die Zylinderlaufbahn hat starke Kratzer, das Pleuel hat es wohl überlebt. Der Kolbenboden ist oben hängen geblieben. Wir machen uns eine Dose Fertigfutter warm und beraten was zu tun ist. Zwei Möglichkeiten sehen wir: Den angefressenen Kolben, den wir Zuhause noch schnell in den Rucksack geworfen haben einbauen oder den Zylinder stilllegen! Nach dem Essen erstmal den Kolben rausgekramt, stellen wir fest dass der 1mm zu groß ist. Damit scheidet diese Möglichkeit aus. Dass man einen Zylinder stilllegen kann, kannten wir nur aus Erzählungen. Wir machen uns Gedanken was zu tun ist: Pleuel raus, Ventile müssen zubleiben. Deshalb lassen wir einfach die Stößelstangen dieses Zylinders weg. In der Kurbelwelle liegt jetzt die Schmierölbohrung für das Pleuellager frei. Wir haben Angst, dass wenn diese Bohrung offen ist, sich nicht mehr genug Öldruck am Hauptlager aufbaut, und das hat jetzt heftig zu tragen, da wir durch das fehlende Pleuel jetzt ja eine große Unwucht haben. Wir überlegen, die Lagerschalen mit zwei mal zwei Schlauchschellen an der Kurbelwelle zu befestigen. Das würde auch die Unwucht verkleinern. Aber was ist wenn die Schlauchschellen sich lockern oder gar abfliegen? Wir entschliessen uns schliesslich für eine andere Methode: Ein dicker Kabelbinder mit Gummiunterlage verschliesst nun die Bohrung. Wenn der abfliegt dürfte nicht viel passieren.Wir sind alle total verfroren, es ist saukalt geworden. Wir schrauben bis nach eins, sehen zu dass wir wenigstens noch den Ventildeckel zukriegen. Am besten nochmal drüber schlafen, ob wir alles richtig gemacht haben. Soll der Morgen zeigen, ob und wie der Erwin läuft. Wir legen uns ins Auto, jetzt bei offenem Verdeck und decken uns mit allem zu was wir haben. Wir schlafen schnell ein.
Freitag, 2008-11-07
Nach dem Frühstück gleich wieder in den Blaumann. Wir sind supergespannt. Noch die letzten Teile montieren, Wasser und Öl rein. Der große Moment ist da. Anlasser gedrückt – Motor läuft! Im Leerlauf humpelt er ganz schön, bei Drehzahl geht’s. Das tack tack tack ist weg. War wohl doch der Kolben. Mal sehen wie er fährt. Zum Glück geht’s hier sanft los, der Vulkansand hier ist glatt wie Asphalt. 13:00, Erwin rollt wieder!
Mit 1/6 weniger Leistung geht’s piano weiter. Zur Erinnerung wird die Stelle des Brakedowns mit einem aufgeschnittenen Aepplerkanister gefuellt mit Sand fuer die Nachwelt markiert. Die ersten 100 km fährt Bernd, schonend, das meiste im 3. Gang. Im 4. schafft er es nur, wenn die Piste wirklich superfest ist. Alle 10km feiern wir „Wiedergeburt“, beim Erreichen der
hatten, wussten wir auch endlich, wie unsere Begleiter, die wir seit einer Woche mit den lieblichsten Abwandlungen ihrer Namen gerufen hatten, wirklich hießen: Hasin und Salah! Genau genommen: Hasin Mohamed ... und Salah Ali Ruuni.Zu später Stunde, es muss so gegen 22.00 gewesen sein, nähern sich aus östlicher Richtung auf einmal zwei Autos – Banditen? Wir verstecken schnell unsere Wertsachen im Sand – Geld, Handy, Laptop und Blutwurstdosen. Es ist ein Landcruiser und ein PKW. Hier ein PKW! Hunderte km Sand ringsum und keine Straße! Haben die den mit
dem Hubschrauber hergebracht? Der PKW hält in einer Entfernung von 50m, der Toyota kommt heran. Hasin geht auf sie zu, nach kurzem Wortwechsel gibt er Entwarnung „Musch Muschkula“! Es sind Jäger, Vogelfänger. Jetzt kommt auch der PKW herbei. Es sind 5 Männer. Aus dem Auto holen sie einen „Falken“, der sich nach näherem Betrachten vielleicht eher als Bussard entpuppt. Ja, die fangen hier unsere Die Araber palavern bis tief in die Nacht, um halb zwei wird erstmal gegessen.
Samstag, 2008-11-08
Die Vogelfänger verlassen uns früh. Der PKW, es ist ein alter Nissan Bluebird, manövriert gekonnt um jedes Weichsandfeld herum. Mit genauer Ortskenntnis geht’s also auch im normalen Auto hier. Wir starten nach Frühstück und Inspektion um 10.00. Langweilige Gegend hier. Bernd legt sich hinten im Borgi schlafen und schreibt anschliessend die letzten Tage zusammen. Um 15.30 endlich Dünen in Sicht. Da wollten wir eigentlich durchfahren. Müssen jetzt leider in einem großen Bogen herumfahren, da unser Fünfzylinder sicher nicht begeistert von weiteren Strapazen wäre.
Na ja dem Spurenbuendel der Piste zu folgen wird nach 150km eintoenig, also steuert Werner mal die naheliegende Duenenkette der Rabiana an und sie entpuppen sich als bretthart, wir surfen probeweise ganz soft ein paar Kilometer rein und sind begeistert. So macht Wueste Spass!! Irgendwann bleiben wir in einem weichen Abschnitt stecken und lassen dann doch noch die Luft aus den Pneus. Damit sind wir mental auf ein bisschen mehr Duenen eingestellt, wir steuern direkt auf das 100km entfernt liegende Tazirbo zu, aber nach ein paar Kilometern ist schon wieder Schluss mit Duenen. Schad. War nur ein kurzer Auslaeufer der Rabiana. Wir fahren die letzte Duene runter auf eine feste, voellig
konturlose Kieswueste und der Mond Die verstaerkten Blattfedern und die Kardanwelle halten, wir sind allerdings auch schonend gefahren. Wir haben uns inzwischen gut eingerichtet im Kuebelwagen, wissen wo alles ist, der Koffer hinten ist selbst im dicksten Feinstaub dicht, die Zargesboxen halten den Inhalt sauber und irgendwie braucht man doch fast alles was wir dabei
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