Monday, November 3, 2008

Team 3 immer noch in Sebha - die letzten Tage

Donnerstag, 30.10.2008
Morgens um 5 treffen wir uns nach einer kurzen Nacht am Flughafen. Im Gepaeck 4 Blattfedern, Ersatzschlaeuche, Kolben, Ersatzbirnen, etc. und ein paar Klamotten.
Also erstmal nach Amsterdam, dort zwei Stunden warten und wieder einsteigen, ab nach Tripolis.
In Tripolis wurden wir vom Medusa Agentur Chef Asem begruesst und er fuhr uns fuer eine kurze Visite nach Tripolis Downtown, Imbiss am gruenen Platz, Altstadt, Friseurtermin fuer Bernd. Die Libyer sind zurueckhaltend freundlich, sehr angenehm. Weiterflug abends nach Sebha. Wir freuen uns auf Erwin und die Jungs. Da wir aber seit 5Tagen nichts mehr von ihnen gehoert haben und Peter wohl Bernd mitgeteilt hat, dass er erst am naechsten Tag kommen will, bleiben unsere Erwartungen vorerst unerfuellt... Wir muessen ins Hotel, der Wuestensternenhimmel muss warten.

Freitag, 31.10.2008
Am naechsten Tag machen wir ein bischen Sightseeing in Sebha, der drittgroessten Stadt Libyens. Eine schoene Stadt, Strassen sind tiptop, die Buergersteige haben lauter Loecher. Naja, bei den Spritpreisen (ca. 10Ct/l) laeuft man ja auch nicht. Wir gehen ueber den "Arebiterstrich", sehen Maenner, die mit einem Werkzeug oder einem Gegenstand ihres Berufes am Strassenrand sitzen, Mann mit Schraubenschluessel=Schlosser, Mann mit Gluehbirne=Elektriker, Mann mit Kelle=Mauerer, Mann mit Stueck Holz=Schreiner.
Wir entdecken wir ein Areal mit ausrangierten Feuerwehrlastern, wir sind begeistert, 911er, Unimog, etc stehen in Reih und Glied. Die Feuerleute sind des Auslaendischen nicht maechtig, so wird ein Anwohner hinzugezogen. Mohamed hat einige Zeit in Deutschland verbracht und laedt uns zu einem Tee zu sich nach Hause ein, Nun ist sein Auslaendisch auch wieder nicht so gut, dass man damit eine mehrstuendige Konversation ueber Politik fuehren koennte, so wird also ein weiterer Mohamed mittels Telefonkonferenz dazu geschaltet. Sein Englisch ist sehr gut. Mohamed 1 laedt uns zum Abendessen ein, was wir nach kurzem Ueberlegen annehmen, obwohl wir hoffen, dass Team 2 bis dahin eingetroffen ist und wir nun endlich mit Erwin aus der Stadt rausfahren koennen. Als wir gegen 6pm gerade deutsche Fussballtrikots fuer Mohamed`s Soehne kaufen, ruft Peter endlich an. Die Nachrichten sind ernuechternd: sie haben sich vor 3 Stunden im allerletzten Duenenabschnitt 150km vor Sebha ueberschlagen. Ihnen ist nichts passiert, die Schaeden am Borgi seien ueberschaubar. Die hintere Kardanwelle und 2 weitere Federn sind allerdings schon vorher gebrochen. Sie wollen noch nach Sebha ´humpeln´. Kurz spaeter rufen sie erneut an und planen nun am naechsten Morgen erst ganz frueh loszufahren. Uns bleibt nichts anders uebrig als zu warten.
Das Abendessen bei Mohammed ist sehr lecker und bald laufen seine Soehne stolz mit Ballack-Trikots durchs Haus. Mohammed bietet uns seine Hilfe an fuer die anstehenden Reparaturen. Er kenne alle Werkstaetten, koenne alles besorgen und wir sollten uns keine Sorgen machen – `Mush Mushkula‘. `In Shalla` - So Gott will - denken wir. Sein Bruder Mufta hat eine Werkstatt und kommt auch noch kurz vorbei.
Wir arrangieren, dass ab 10:00 die Reparaturen losgehen koennen in der Annahme, dass Team 2 die wenigen verbleibenden Kilometer in 3 Stunden schaffen koennen. Ab geht’s zu einer weiteren, diesmal eher schlaflosen Nacht im Hotel Fezzan.



Samstag 01.11.2008
Ab 9:00 stehen wir alle abfahrbereit in der Hotellobby und warten auf das Brummen unseres Kuebelwagens. Um 10:30 werden wir noch nervoeser und laufen vor dem Hotel auf und ab. Jeder haelt an einer anderen Strassenkreuzung Ausschau.
Um 12:30 wird endlich Borgi im Anmarsch gemeldet. Das Warten hat endlich ein Ende.
Beim Rundgang um den gewuerfelten Borgi macht sich Enttaeuschung breit. Das ist an einem Nachmittag mal eben nicht zu machen: Federn hinten gebrochen, die selbstgebauten Holzanschlaege haben den Rahmen eingedrueckt, Kardanwelle Kreuzgelenk ausgeschlagen, die hinteren beiden Gummiauflagepunkte des Aufbaus sind durch den Boden des Aufbaus gebrochen, dadurch hinterer Aufbau abgeknickt und im Tuerbereich beidseitig eingerissen, Seitentueren haben oben bis zu 3cm Spalt und schliessen nicht, Rahmen im hinteren Bereich nicht verbogen, hintere Koffertueren schliessen sehr schwer, Getriebeschalthebel verbogen, Schalten schwergaengig, Tachowelle seit ~1000km nicht mehr am Zwischengetriebe angeklemmt, Verdeck hat ein Loch und einige Naehte sind aufgetrennt, Kuehlerabstuetzstange gebrochen und notduerftig geflickt, Polster haben Loecher.
Durch den 3fachen Salto sind folgende Schaeden entstanden:
Fensterrahmen verzogen, Fenster, Scheibenwischer und Rueckspiegel kaputt, Dellen and Kotfluegeln, Verdeckbuegel gebrochen, Aufbau hinten wahrscheinlich seitlich verzogen?? 7 Kanister eingedrueckt, Kanisterhalterung und Buegel verbogen.



Also machen wir uns zusammen in die Werkstaetten. Peter und Martin koennen noch ein paar Stunden helfen, dengeln den verbogenen Rahmen der Windschutzscheibe zurecht und besorgen neue Aussenspiegel. Die Blattfedern macht Mohammed 3 aus Syrien, in dessen Werkstatt wir schon fast wie Zuhause sind.


Um 18:00 muessen Peter und Martin zum Flughafen, werden von Muffdah hingefahren, der Erwin ist noch nicht soweit.

Sonntag, 02.11.2008
Wir sind den ganzen Tag in der Werkstatt. Abends faehrt Erwin endlich wieder, wir fahren auf den Campingplatz und springen erstmal in den Pool - herrlich.

Montag, 03.11.2008
8:00 Jetzt steht erstmal saubermachen und Inventur auf dem Programm. Das Auto sieht boese aus, ausgetretene Oele und Batteriesaeure allgegenwaertig, Koffer und Inhalt eingesandet und verstaubt.
Mittags fahren wir wieder in die Stadt, einkaufen, Geld tauschen und bloggen.
17:00 Wir koennen nun endlich los, ab in die Wueste!
Bis bald!

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