07.- 12.03.200 9
Wie schon geahnt hat die Polizeiaktion nichts gebracht. Somit haben wir uns zurück auf die Zweitagestour nach Addis gemacht um einen Ersatzpass bei der Botschaft abzuholen. Tags zuvor hatten wir schon von unterwegs angerufen.
Montag ist eigentlich Feiertag in Ethiopia. Wie wir später erfahren haben arbeiten die Botschafter nach einem Mix aus deutschen und einheimischen Feiertagen, oder auch nicht.
Übernachtung irgendwo im Feld. Nach 5 min standen schon 10- 15 Gaffende um uns herum, von denen dann auch drei bei uns übernachten wollten. Morgens aufgewacht, waren sie dann doch alle weg. Auch ein Afrikaner friert Nachts. Und ohne Decke wars scheiss kalt.
Auf der Hauptstrasse zwischen Addis und Kenya haben wir langsam angefangen, die abhanden gekommenen Sachen teilweise zu ersetzen. Das notwendigste halt. Hat auch ein Vorteil nichts zu haben, man brauch dann auch aufs nichts aufzupassen.
Mittlerweile muss ich den Satz mit Ethiopia auch eine bisschen korrigieren. Ich hasse nicht Ethiopia, sondern die unehrlichen Leute. Gegenbeispiel: als wir noch während dem Fahren einen unsere Spaten, außen am Fahrzeug angebracht, verloren hatten, fuhr uns doch ein LKW hinterher um ihn uns wieder zu übergeben.
Übrigens die Hauptstraße durchs Land bis Kenya ist von EU Geldern gesponsert. Entsprechend prima fährt es sich.
09.03.
In Addis angekommen mal wieder richtig duschen, essen gehen und um 3.30h Bernd abholen. Zurück ins Hotel, vorher noch Bier trinken und am andern Tag alles wieder nach Süden. Übernachtung an dem einzig bilaciosefreien See in Ethiopia, wo wir vor Tagen zum relaxen schon mal waren. Seitdem Bernd an Bord ist, wird viel mehr Bier getrunken, und das oft ohne was im Magen zu haben. Daran müssen wir/ ich uns erst noch gewöhnen.
In der Früh vor dem Aufstehen, dass normalerweise mit dem Sonnenaufgang so um 5.30h- 6.00h war, wieselte Bernd schon rum, weil er nicht mehr schlafen konnte, spazierte am Strand. Dort begegnete er ei
Das Thema Schalter ist in ganz Schwarzafrika unterentwickelt. Standard ist Kabel zusammen friemeln.
Bernds Missstimmung wegen uns seinen ganzen Urlaub anders planen zu müssen, löste sich, glauben wir zumindest, nach Tagen in Wohlgefallen auf.
Weiterfahren, weiterfahren, weiterfahren. Das war angesagt. Fast fünf Tage hat uns die Aktion gekostet.
Eigentlich war geplant, das Frank und ich im Süden vom Land in Yabelo wieder auf die Hauptstraße kommen und dann irgendwo in Kenya auf der Höhe Marsabit Bernd in Empfang nehmen. Er würde uns ein Stück entgegen reisen.
Tja,… in Afrika gibt’s immer Überraschungen die keiner vorhersehen und planen kann. Irgendwas ist immer. Wenn Erwin läuft, passiert so was.
10.03.
Diesmal haben
Zum Essen gabs „Hackfleisch“. Die einheimischen Restaurants haben in dieser Gegend oft kleine Metzgereien dabei. Die aus einer Blech- oder Holzbude vorne mit Hasendraht bespannt, ca. 1,5x 1,5m besteht, in der an einem Brett ein Stück Tier aufgehängt wird. Bei jeder Bestellung eines Kunden wird ein Stück abgeschnitten, gewogen, und mit zwei Säbelmessern so lange bearbeitet, bis Hackfleisch übrig bleibt. Das ganze wird gebraten und so serviert. Am Stück könnte man das Fleisch wahrscheinlich gar nicht essen. Es wird nämlich nicht darauf geachtet, ob es ein zartes oder zähes Stück ist. Mit Bier und Maisbrei schmeckts richtig gut.
Bis wir an diesem erholsamen Ort waren, hat uns Erwin allerdings das Leben wieder einmal schwer gemacht. Immer nachmittags bergauf und warm will er nicht mehr so richtig, manch mal auch gar nicht mehr. Er will das edle Gesöff nicht und spuckt nur noch trocken durch die Gegend bis er stehen bleibt. Bis jetzt haben wir noch kein wirkliches Rezept gefunden ihm das abzugewöhnen. Er kriegt keinen Sprit. Alles überprüft ausgetauscht oder überbrückt. Bleibt nur noch der Vergaser selbst. Tritt auch nicht jeden Tag auf. Das sind die schönsten Fehler, die es zu finden nicht einfach macht, trotz Ingenieure die ihn reiten. Um Zuschauer braucht man sich bei solchen Reparaturen nicht zu kümmern. Bei 80 Mio Einwohner, von denen gefühlt die Hälfte an der Straße (nicht auf der Straße) wohnen, ist immer was los. Manchmal auch zu viel.
Einer oder zwei schrauben, der dritte kümmert sich um die Zuschauer und Mitarbeiter. Bernd stellt immer wieder gerne Kurz- oder Zeitarbeiter aus nächster Umgebung ein, gerät aber immer wieder an Betrunkene oder Bekiffte. Er muss seine Auswahlkriterien noch verbessern. Na ja, ist ja erst ein paar Tage dabei. Das wird er schon noch lernen.
Jede Menge Schulkinder sind auch immer dabei. Was machen die denn so. Bernd schaut sich die Bücher und Hefte an, und stellte fest, sind teilweise ganz schön faul oder passen nicht auf. Anstatt die Lückentexte auszufüllen werden einfach neben dran Bilder gemalt. So wird aus dem Land nichts. Und das bei einem massiven Kinderüberschuss. 80% der Einwohner sind unter 18. An Schulen mangelts nic
Nach dem Essen zurück zum ausgesuchten Platz ohne Licht bzw. nur mit Tarnlicht, wir haben ja ein Militärfahrzeug. Dreistufiges Tarnlicht haben wir dran. So gut getarnt, dass ich ein Stützseil eines Hochspannungsmastes übersah, uns es sich zwischen Rad und Radkasten fest hängte. Nur gut das nicht gleich der ganze Mast umgefallen ist. Dann wäre das bisschen Licht, was die Leute haben, auch noch ausgefallen.
11.03.
Tag der Wahrheit. Grenzübergang in Moyale.
Mir fehlt das Visa. Nachdem an dem Montag in Addis Feiertag war und die ethiopische Immigration zu hatte, wollten wir nicht noch einen Tag warten und sind so los gefahren. Das kann Ärger geben, den wir aber als lösbar einkalkulierten.
So waren dann auch alle Grenzformalitäten, bis auf meine, zügig abgearbeitet.
Es musste geklärt werden, ob dieser Mensch aus Europa wirklich legal irgendwann ins Land eingereist war. Wie, wann und warum. Nach einer Stunde wussten sie es und drückten mir liebevoll den Ausreisestempel in meinen noch frischen Ersatzpass. Der erste Stempel!
Weiterfahrt nach der Grenze. Der Teer hörte sofort auf und verwandelte sich in eine Scheißpiste, die bei Regen kaum passierbar sein dürfte. Je
300 km schlechte Piste standen vor uns, die Erwin wirklich zusetzten. Es war die einzige Verbindung, also mussten wir durch. Die Einwohnerzahl ist nur noch ein Bruchteil, was sich sofort bemerkbar machte. Wir fuhren quasi ohne Spalier an den Strassenrändern.
Nordkenya bis Marsabit nicht gesehen zu haben, ist kein großes Versäumnis.
5m (!) vor unserem Nachtlager auf einem Polizei- und Militärgelände hatten wir dann doch noch einen Platten. Den Reifen den wir in Libyen schon mal wegen Gewebedurchbrüchen geflickt hatten, stieß jetzt an anderer Stelle das Stahl durch.
Also Reifenwechseln im Dunkeln und selbst Kochen. Das einzig verfügbare „Restaurant“ am Ort hatte leider nur noch Büchsenfood. Bestehend aus Bohnen mit Bohnen oder Bohnen.
Das konnten wir eindeutig besser. Also unsere Essenszargesbox war immer noch voll mit Schnellessen aus D. Spaghetti mit Käserahmsoße. Zwei Packungen, viel zu viel, wie sich später herausstellte. Warmes Bier von der Bar. Ich muss echt lachen. Bei uns wäre das der Kartoffelkeller mit einem Tisch drin.
Schlafen nichts als schlafen nach diesem mörderischen Tag des Durchschüttelns.
Nachts beim Vollmond kamen auf einmal dutzende von Hunden und haben geräuschlos fangen gespielt. Immer um uns herum, bis wir komplett eingestaubt waren, was wir morgens erst feststellten. Wo kommen die überhaupt her. Haben die ganze Zeit keine gesehen.
12.03. Weiterfahrt von Marsabit nach Archers Post
Scheißpiste geht weiter. Laden einen Schwung Kinder auf, die auf dem Schulweg von ca. 15km waren. Als Entschädigung für die Fahrt singen sie die ganze Zeit. Das war toll. Die können noch singen, aus voller Kehle. Ersatzreifen in Marsabit flicken, und noch mal Benzinpumpe wegen Spritmangels auseinander gebaut. Diesmal Federvorspannung von Ein- Auslass vergrößert. Nach anfänglicher Euphorie kamen dann doch wieder Aussetzer. Kinderkrankheit .
Nach dem Essen noch ein Kaffee. Nach dem wundervoll schmeckenden in Ethiopia gespannt, was wir hier bekommen.
Warten ein halbe Stunde. Was kommt????...…..Ein Tasse mit heißem Wasser aus der Thermoskanne und ein kleiner Alubeutel Nescafe!!!!! Wir schauen uns an…..Geht´s noch??? In Kenya wächst der Beste Kaffe. Grausam!!!!!!!!!
13.03. Ankommen im Dunkeln in Arches Post
Auf dieser Strecke haben wir 3 Polizeibeamte mitgenommen, die im Nichts nach dem Rechten geschaut haben. Viehklau ist das Thema. Es kommt wohl immer wieder vor, das Vieh vom Nachbarn geklaut wird.
Mit Hilfe der Polizisten kommen wir relativ schnell an Wasser und vor allen Dingen an einen Schlafplatz auf einem Campground direkt am Fluss des Einganges vom National Samburi Park. Eigentlich absolut sehenswert. Wir haben aber mittlerweile soviel Zeit verloren, dass keine Zeit dafür ist, um nicht unsere eigenen Abflüge in Nairobi zu gefährden.
Essen, trinken, duschen richtiger Luxus. Am Fluss solls Krokodile geben. Die Mutigen Frank und Bernd, wollen natürlich im Dunkeln welche aufstöbern und gehen mit halb gesoffnem Kopf runter. Eine kleine Taschenlampe leuchtet spärlich den Weg.
Ich bleib mal lieber oben, damit wenigsten noch einer mit Armen und Beinen das Auto fahren kann.
Am andern Tag stellt sich heraus, nichts da gewesen, und böse Schlangen waren dann nur Äste und Steine.
14.03. Äquatorüberschreitung in 2000m, Nayuki, Übernachtung in Nyeri
Heute war Äquatorüberschreitung angesagt. Vorher meinte Erwin noch uns auf dieser Fahrt noch mal zeigen zu müssen, wie es ist, nicht genug Sprit zu bekommen. Aber mit Zeit geht alles.
Die Kenianer haben die Eigenschaft Durchgangsstrassen in Ortschaften mit Bumbleisten zu versehen. Es ist geraten diese nicht zu übersehen, was nicht immer ganz einfach ist, dass sie auch geteert manchmal gar nicht zu erkennen sind.
So geschehen, waren wir uns dann noch den Kühlwasserschlauch aufgeschlitzt. Nach Afrikanischer Art flicken und weiter. Der Äquator wartet.
Dort angekommen Stimmung im Auto wie Silvester Radio lauter drehen und GPS beobachten bis es auf Null geht.
10m zu früh. Das Schild steht def. Falsch, oder ist es doch das GPS???. Jedenfalls vorher anhalten Bierholen und Erwins mit Manneskraft über die Schwelle schieben. Von nun an geht’s bergab.
Die Kenianer wissen auch wie und wo man Geschäfte macht und so haben sich 30 Stände an der Zahl, fein durchnummeriert angesammelt. Suvniers zum abwinken.
Tja und bei der jetzt schon 2 Jahre anhaltenden Touristenflaute( 3 KFZ pro Tag) stürzt sich alles auf uns.
Und der Badewannenabfluss test fehlt natürlich auch nicht.
Die wollen uns verkaufen 20m vor und nach dem Äquator, dreht sich der Strudel im Trichter einmal so rum einmal so rum. Direkt auf dem Äquator keine Drehung.
Corioluskraft ist das Stichwort. Tricks konnten wir keine beobachten und es hat tatsächlich funktioniert. Kann das alles sein, völlig abgedreht….
Haben 3h abwechselnd Souveniers gekauft erst ganz wenig dann ganz viel. Die hattens echt drauf.
Weiterfahrt bis nach Nyeri. Frank Loney planet wies uns ein Hotel, etwas besseres wollten wir uns gönnen, mit 96$ aus. In Wirklichkeit waren es dann 208$. Das war dann doch zuviel, und so fuhren wir zur Zweiten Wahl, die auch gut war und eine Kommastelle weniger kostete.
15.03. Auto waschen reparieren, Unfall bauen, trotzdem weiter fahren Teamwechsel und Heimfliegen
Morgens aufgewacht schauen wir aus dem Fenster. Direkt gegenüber werden im Schlamm Taxen gewaschen Innen und Außen. Eigentlich war das für Später vorgesehen. Aber so ein Angebot lassen wir uns nicht entgehen. Frank verhandelt den Preis – 500 KSh, rund 5 Euro – für Außen und Innenreinigung mit aus- und einräumen. Für die Jungs sind auf einmal die anderen fünf Autos uninteressant, sie konzentrieren sich voll und ganz auf den Borgi, einer macht den Unterboden, einer steht auf dem Dach und schrubbt das Verdeck, einer kümmert sich um den Motor, der nächste ist am Kofferraum und der Jüngste schließlich macht den Innenraum. Wir schauen zu und zeigen immer wieder mit dem Finger auf Stellen, die bisher noch von keinem Lappen erreicht wurden. Als Autoshampoo diente übrigens Waschmittel, als Schwamm musste ein Wischmopp herhalten. Die Jungs machten einen guten Job und bekamen schließlich ein großzügiges Trinkgeld.
Autoreparatur auf dem ruhigen Hotelparkplatz
Motorlager
Hupe
Wasserhahn.
Weiterfahrt nach Nairobi, zwischen durch noch div. Schweißungen erledigen. Neben dran läuft eine ganze Batterie Lautsprecher auf volle Pulle. Man versteht sein eigenes Wort nicht. Eine Menschentraube um uns herum. Ein Hexenkessel war das. Wir sind froh, als alles fertig war und endlich nach Nairobi weitere fahren können..
Wenn Zeit ist noch bei der Location vorbei die Bernd für diese Nacht und dem neuen Team ausgemacht hat.
Daraus wird aber nichts, da er meint mitten in der Stadt noch einen PKW rammen zu müssen. Na ja wer wen gerammt hat, konnte gar nicht geklärt werden. Witzig war nur, dass er noch kurz vorher erzählt hat, das es fast wie in Kairo zugeht, Wenn die Fahrstreifen zu eng sind werden halt noch mehr aufgemacht notfalls auch der Bürgersteig. So war es dann zu eng und haben einem PKW erstmal den Scheitel gezogen. Polizei Papiere aufnehmen, alles Quatsch, der dann anschl. Sagte er gehe jetzt, und wir sollten uns jetzt einigen. Nach einem völlig überhöhten Angebot, sind wir dann damit Ruhe ist auf realistische Preise eingegangen. Er wollte aber das grosse Geschäft. Er konnte sich aussuchen. Entweder du nimmst das oder wir fahren. Also sind wir gefahren, was im Übrigen die Umstehen für gut empfunden, da sie uns für unschuldig hielten. Es gab auch keine Verfolgung oder ähnliches.
Tja zum Duschen war es jetzt zu spät also direkt zum Flughafen. Da kamen sie auch schon .Watz und Ian, da standen sie käseweiss und sauber.
Abschiedsfotos mit Polizei, umpacken und einchecken. Alles wieder rum. Man was ging das schnell.
Vielen Dank noch mal an Frank und Bernd.
Bernd dir, Watz und Ian alles Gute beim Weiterfahren. Viel Glück und passt auf Erwin auf.
Euer Peter
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