
Die Nachtruhe in der Riverside Lodge wurde nicht nur (wie üblich) gegen drei von aufgebrachten Hunden gestört, spätestens mit dem Abzug der Engländer gegen 6:30 Uhr war‘s dann ganz aus bei mir. Die anderen haben das Zelteingeräume und LKW warmlaufen lassen überstanden und wurden dann von Affen, die auf dem Borgi und in d

en Bäumen daneben ihr morgendliches Fangenspielen zelebrierten endgültig von ihrer Müdigkeit befreit. Beim Frühstück lernten wir einen Massai-Mann kennen, der dort arbeitete. Er stellte sich mit Taddeo vor und fragte, ob wir ihn mit in sein Dorf im Amboseli-Park mitnehmen könnten. Als Dankeschön fürs mitnehmen wollte er uns sein Dorf

und sein Haus zeigen. Taddeo war 41, hatte drei Frauen, 14 Kinder und 40 Kühe. Ein wohlhabender Mann. Obwohl eine Frau normalerweise nur 10 Kühe kostet, bot er uns für Simone 15 Kühe. Wir willigten ein, obwohl wir nicht wussten was wir mit den Kühen anfangen sollten. Da Simone auch gut zum fotografieren taugte, traten wir schlussendlich von dem Deal zurück, was Taddeo mit Fassung trug. Nach ca. 2 Stunden übler Piste erreichten wir endlich den Amboseli Park. Bei der Einfahrt machte sich Taddeo als Wegweiser und Tierkenner nützlich, wir sahen Zebras, Wasserbüffel, ....und etliche verschiedene Vögel. Wir suchten uns erstmal eine Bleibe, nämlich die staatliche Campsite, denn das Leben ist in den Parks teuer genug. Die Campsite war sehr schön, wir parkten direkt an der Bar, wo uns Aisha mit einem Mittagsschöppchen bediente. Durch den Wettbewerb mit den anderen Massai stieg der Preis von Simone auf 18 Kühe, was uns aufgrund der sprachlichen und fotografischen Qualitäten jedoch noch nicht genug erschien. Ausserdem konnten wir hier in der Gegend keinen geeigneten Transportanhänger beschaffen, mit Simone hingegen verbrauchten wir nur wenig Sprit mehr. Nach einem schönen Mittagsschläfchen (das ist Urlaub!) machten wir uns mit Taddeo auf den Weg ins Dorf. Der Sohn des Bürgermeisters Begrüßte uns und ca. 40 Männer und Frauen

führten uns einen Massai-Tanz auf. Die Massai können aus dem Stand sehr hoch springen, fast 1m. Wir üben mit den Massai. Als sie sich für unseren Gesang interessierten, bringen wir ihnen bei: Gumma aha, gumma aha, gummadieommada hatta ka wassa da! Sie üben begeistert, wir biegen uns vor lachen. Der Sohn des Bürgermeisters zeigt uns seine Hütte. Die Hütten werden von den Franen gebaut, sind deswegen sehr niedrig, damit sie auch den First noch eindecken können. Man muss sich also sehr bücken, um hinein zu gehen. Innen ist es stockdunkel. Nur durch winzige Fensterchen, etwas so groß wie eine Streichholzschachtel, kommt etwas Tageslicht. Es gibt auf ca. 12 m² zwei Räume, eine Wohnschlafküche und einen Stall für die Jungtiere. Es gibt zwei Betten, eins für die Frau und die Kinder und eins für den Herrn der Schöpfung, beide gleich groß. Sie bestehen aus Kuhhaut auf Reisig und sind übrigens sehr bequem. Das freundliche Angebot eines Drinks lehnen wir dankend ab, es ging um das Lieblingsgetränk der Massai, Kuhblut mit Milch. Als wir das Loch verlassen durften, bekamen wir noch das Feuermachen mit dem Stöckchen beigebracht. Was bei Versuchen in unserer Kindheit immer kläglich scheiterte, gelang dank dem richtigen Holz (hartes Stöckchen und weicher Klotz) und Elefantenscheisse als Zunder hervorragend. Zum Schluss wurden wir durch eine Art Einkaufsmeile geführt, nun wussten wir, warum sie sich so eine Mühe mit uns gaben: Links und rechts waren in zwei langen Reihen Decken mit Ketten, Armbänchen, Messern, Speeren und anderem für Europäer völlig nutzlosem Krimskrams ausgebreitet. Zwei von uns wurden durch die linke Reihe geführt, zwei rechts. Bezahlen sollten wir erst am Schluss. Also machten wir unsere Anstandskäufe. Der erste Teppich war der Oma des Dorfchefs, der zweite der ersten Frau, der dritte dem Onkel, der vierte der nächsten Frau usw. (Er hatte vier Frauen). Am Schluss den Einkauf von 6000 KSh (60 Euro) auf 350 (!) runtergehandelt und nichts wie raus aus dem Dorf. Beim verlassen der Umfriedung helle Aufregung bei den Massai: In der Ferne schien eine Elefantenherde die Rinder des Dorfes zu bedrohen und T

addeo bat uns, ihn mit dem Erwin hinzufahren um die Elefanten zu vertreiben. Das war uns beim Anblick der Elefanten, die so groß waren dass ihre Stoßzähne locker über die Bordwand vom Borgi reichten, nicht einerlei. Ausserdem war es ja verboten, die Straßen zu verlassen. Aber wir hatten ja einen Massai an Bord, der ja schließlich wissen muss was zu tun ist. Die Elefanten hatten junge dabei und wir wussten noch von Daktari, dass man Elefanten mit Kindern besser nicht bedroht. Also entschieden wir uns abzudrehen, was Taddeo gar nicht gut fand. Wir konnten nicht verstehen warum die Massai auf einmal ein Auto brauchen, um Ihre Viecher in Sicherheit zu bringen und hielten die Aktion eher für Wichtigtuerei von Taddeo, der wohl vor den Dorfbewohnern angeben wollte.

Aus der Ferne beobachten wir, wie die Rinder in bewährter Weise mit dem Stock heimgetrieben wurden.

Wir waren pünktlich zum Sonnenuntergang im nur einen Kilometer entfernten Camp zurück, fuhren in eine Ruhige Ecke (wir waren zwar fast die einzigen Gäste hier, aber einige Einheimische schoppten genüsslich in der Bar) und machten unseren ersehnten Dämmerschoppen am Kilimanjaro, dessen Gipfel kurzzeitig von den W

olken freigegeben wurde. Wir riefen Maddehn an um zu berich

ten, der arme Kerl sass aber im Büro und hatte gar keinen Sinn für Kleine-Arschloch-Romantik. Danach machte Aisha für uns hervorragende Ziege mit Reis, Kartoffeln und Soße und ein anderer Angestellter machte uns für ausgehandelte 150 KSh ein Lagerfeuer. Das war es wert, denn er hielt es 3 Stunden am laufen. Ausserdem bediente er uns am Feuer mit gut gekühltem Bier. Das war hier im Nationalpark natürlich teuer und wir gaben dem Kerl brav jedes mal seine 200 KSh für jede Flasche. Später kam Aisha zum kassieren, da flog der Kerl auf – er hatte das Geld für sich behalten. Es gab noch ein Riesen-Tohuwabohu zwischen Aisha und dem restlichen besoffenen Personal, dass es sich mit den Einkünften durch uns offenbar gütlich hat gehen lassen, man sagt den Afrikanern ja nach, dass sie erworbenes Geld so schnell wie möglich wieder ausgeben – oder in Alk umsetzen...
Martin konnte hier mal wieder hervorragend seine Sonderkonstruktion, einen zerlegbaren, rucksacktauglichen Moskitonetzhalter austesten...
Team 6 are at Amboseli Nat. Park in Kenya, directly at the Lakes in North of Kili, enjoying beers the stars, views of Kilimanjaro and the camp fire. Tomorrow the Indian Ocean.
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